Bedarfsunterhalt

5. November 2013 Familienrecht

Bei besonders guten ehebedingten Lebensverhältnissen kann sowohl der Kindesunterhalt, als auch der Ehegattenunterhalt nach Bedarf erfolgen. Für den Kindesunterhalt muss der Bedarf von Unterhaltsbeträgen, die über die Düsseldorfer Tabelle hinausgehen, konkret vorgetragen werden, mit Ausnahme von Sonderbedarf.
 
Beim Ehegattenunterhalt bemisst sich der Bedarf nach den ehelichen Lebensverhältnissen. Die Schallgrenze für die Abkehr von der quotalen Berechnung wird unterschiedlich gezogen, sie ist ab Unterhaltsansprüchen ab 2.500 € erforderlich. Hier ist die individuelle Lebensführung der Eheleute maßgebend, das heißt wie hat die Ehefrau während der Ehe gelebt. Eine direkte Sättigungsgrenze gibt es nicht, wohl aber das Kriterium, dass die Ausgaben sinnvoll und billigenswert sein müssen. Auch hier ist die frühere Lebensstandardgarantie aufgrund der geänderten Rechtsprechung des BGH entfallen und die Vorschriften zur zeitlichen Begrenzung und Herabsetzung des Unterhaltes erschweren es für den Unterhaltsberechtigten, einen höheren Bedarf auf längere Zeit aufrecht zu halten.