Erbe

 

Definition des Erben

Nach gesetzlicher Definition ist der Erbe derjenige, der im Erbfall das Vermögen des Erblassers entweder alleine oder zusammen mit anderen erhält.

 

Welche Vorraussetzungen müssen beim Erbe erfüllt werden?

Zuerst einmal muss der Erbe erbfähig sein.

Weiterhin muss der Erbe das Vermögen des Erblassers als Ganzes erhalten. Darunter versteht man, dass der Erbe Rechtsnachfolger des Erblassers werden muss. Der Erbe bekommt somit nicht nur das Aktiv- sondern auch das Passivvermögen (Schulden) des Erblassers. Erhält eine Person laut Testament nur einzelne Vermögensgegenstände zuerkannt, handelt es sich bei dieser Person nicht um einen Erben, sondern um einen Vermächtnisnehmer. Da in diesem Fall der Erblasser keinen Erben eingesetzt hat, greift die gesetzliche Erbfolge.

In dem Fall, das mehrere Personen zu Erben bestimmt worden sind, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Diese Personen werden als Miterben bezeichnet.

 

Wie wird man Erbe?

Erbe wird man entweder durch ein Testament oder einen Erbvertrag des Erblassers oder aber durch die gesetzliche Erbfolge. Im Rahmen der Testamentseröffnung stellt das Nachlassgericht fest, wer Erbe ist. Als Ergebnis dieser Feststellung wird der Erbschein ausgestellt, mit dem der Erbe als neuer Eigentümer ausgegeben wird.

 

Kann das Erbe ausgeschlagen werden?

Innerhalb der gesetzlichen Frist von sechs Wochen nach Kenntnis des Erbfalls hat der Erbe die Möglichkeit, das Erbe auszuschlagen. Nachdem Ende dieser Frist gilt das Erbe als angenommen. Sofern der Erblasser seinen Wohnsitz im Ausland hatte oder der Erbe sich zum Zeitpunkt des Erbfalls im Ausland aufhielt, verlängert sich die Ausschlagungsfrist auf sechs Monate. Die Erbausschlagung muss öffentlich durch das Nachlassgericht oder einem Notar beglaubigt werden. Die entstehenden Kosten bei einer Ausschlagung vor einem Nachlassgericht betragen 1/4 des reinen Nachlasses. Wird die Erklärung bei einem Notar abgegeben fällt zusätzlich die gesetzliche Umsatzsteuer an. Mit der Annahme der Erbschaft entfällt das Ausschlagungsrecht.

 

Haftung des Erben im Falle eines Erbfalls

Der Erbe haftet für die Nachlassverbindlichkeiten des Erblassers. Er hat jedoch die Möglichkeit die Haftung der Verbindlichkeiten im Wege der Nachlassinsolvenz, der Nachlassverwaltung oder des Ausschlusses einzelner Nachlassgläubiger in einem Aufgebotsverfahren zu beschränken. Forderungen von anderen Vermächtnisnehmern müssen im Streitfall allerdings zivilrechtlich geklärt werden. Das Nachlassgericht ist in diesem Fall nicht mehr zuständig.

 

Ansprüche des Erben im Falle eines Erbfalls

Der Erbe ist der Rechtsnachfolger des Erblassers und kann alle Forderungen des Erblassers gegenüber dritten Personen geltend machen. Außerdem hat der Erbe Anspruch auf Herausgabe des Nachlasses von denjenigen Personen, welche die Vermögensgegenstände gegenwärtig besitzen

 

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