Wer ein Zugewinnausgleichsverfahren im Verbund oder separat geltend macht, zieht sich häufig wegen Schwierigkeit der Beweissituation und der Berechnung über einen langen Zeitraum hin.
 
Ein bloßer Auskunftsanspruch beim Zugewinnausgleich hemmt die Verjährung nicht. Zinsen bei der Geltendmachung im Verbundverfahren entstehen erst nach Rechtskraft der Ehescheidung. Diese kann aus anderen Gründen lange auf sich warten lassen. Bei einer separaten Geltendmachung des Zugewinnausgleichsverfahrens kann dies vermieden werden, auch bei VKH-Mandaten ist nach der Rechtsprechung des BGH eine Rechtsverfolgung der Zugewinnausgleichsansprüche in einem separaten Verfahren nicht mehr als mutwillig anzusehen. Nur bei einem Stufenantrag geht die Rechtshängigkeit auch des Zahlungsantrages auf die Stufe der Auskunft zurück, sodass die Zinsen dann entsprechend verlangt werden können. Umgekehrt kann der Zugewinnausgleichspflichtige die Rechtskraft der Ehescheidung und damit die Fälligkeit der Zinsen dadurch hinauszögern, indem er seinerseits den Zugewinnausgleichsanspruch zum Thema des Verbundverfahrens macht in Form eines negativen Feststellungsantrages. Gerade bei hohen Zugewinnausgleichsforderungen kann diese Vorgehensweise zu erheblichen Zinsgewinnen führen.